Publikationen
Investorenbrief | Februar 2026
Mit diesem Investorenbrief erhalten Sie einen Marktrückblick, die wesentlichen Portfolioentscheidungen des vergangenen Monats sowie aktuelle Themen rund um Ruhestandsplanung, Vermögensarchitektur und Investmentstrategie.
Bei Fragen zu Ihrer persönlichen Situation oder zur Einordnung einzelner Aspekte stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Monatlicher Marktrückblick
Alte und neue Sorgen
Sorgen um die hohen Kosten und Auswirkungen Künstlicher Intelligenz (KI) belasteten auch im Februar die Aktienmärkte. An der Wall Street setzten sich Umschichtungen aus Technologie-Aktien in eher traditionelle Geschäftsmodelle fort. So stieg der Börsenwert des US-Einzelhandelsriesen Walmart erstmals über eine Billion US-Dollar und schloss damit zur Bewertung der „glorreichen Sieben“ auf. Enttäuschende Quartalsberichte sorgten vereinzelt für hohe Kursverluste, so beim Zahlungsdienstleister Paypal. Auch die Aktien der sogenannten Hyperscaler Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta standen unter Verkaufsdruck. Sorgen der Anleger drehen sich weiterhin um die Frage, ob und wann sich ihre hohen Investitionen in KI-Rechenzentren amortisieren.
Neuer Rekordstand beim Dow Jones
Der Dow Jones mit seinem höheren Anteil Old Economy kletterte zur Monatsmitte auf einen neuen Rekord bei 50.512 Punkten. Der für den Gesamtmarkt repräsentativere S&P-500-Index blieb dagegen knapp unter seinem im Januar aufgestellten Rekordhoch. Der von den großen Technologie-Konzernen geprägte Nasdaq-100-Index entfernte sich sogar weiter von seinem Rekordniveau, wenngleich der übergeordnete Aufwärtstrend auch in diesem Fall intakt blieb.
Im Monatsverlauf belasteten auch Hinweise der US-Notenbank auf mögliche Inflationsrisiken und die Gefahr einer Eskalation zwischen den USA und Iran die Aktienmärkte. Von den veröffentlichten volkswirtschaftlichen Daten und Unternehmensnachrichten gingen insgesamt keine klaren Richtungsimpulse aus. Auch die kurz vor dem Monatsende veröffentlichten sehr guten Quartalsergebnisse des führenden KI-Chip-Anbieters Nvidia führten weder bei der Aktie selbst noch am Gesamtmarkt zu Kursgewinnen. Eine negative Überraschung hätte wahrscheinlich einen Kursrutsch auslösen können.
Eher gelassen reagierten die Märkte auf das neuerliche US-Zollchaos. Der Oberste Gerichtshof der USA urteilte, dass die vielen von Präsident Trump per Notstandsgesetz verhängten Zölle rechtswidrig sind. Die Hoffnungen für den Welthandel blieben aber klein, weil Trump umgehend ankündigte, das Gerichtsurteil zu umgehen. Er verhängte einfach neue Zölle.
Europäische Aktienmärkte setzen Aufwärtstrends fort
An den europäischen Aktienmärkten setzten sich die Aufwärtstrends im Februar fort. Der Euro-STOXX-50 näherte sich erstmals bis auf wenige Punkte der Marke von 6.200 Zählern. Zu den Börsen mit höheren Kursgewinnen zählte Paris, wo der französische Leitindex CAC-40 neue Rekordhöhen über 8.600 Punkte erreichte. Der Deutsche Aktienindex DAX, seit September 2021 auch 40 Aktien umfassend, tat sich dagegen schwerer und blieb in der Nähe der 25.000-Punkte-Marke und unter seinem Rekord aus dem Januar. Das DAX-Schwergewicht SAP stabilisierte sich zwar nach den Kursverlusten der Vormonate, zeigte aber noch keine Kurserholung.
Der japanische Aktienmarkt setzte seine Outperformance im Februar fort. Er profitierte dabei vom Wahlsieg der Liberaldemokratischen Partei (LDP) unter Premierministerin Sanae Takaichi bei den vorgezogenen Neuwahlen. Der Nikkei-225 kletterte kraftvoll auf neue Rekordhöhen über 58.000 Zähler. Die LDP-Regierung kündigte Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft an, was am Aktienmarkt positiv, am Anleihemarkt aber negativ aufgenommen wurde, weil die Maßnahmen mit neuen Staatsschulden finanziert werden sollen.
Nachdem US-Staatsanleihen zunächst darunter gelitten hatten, dass chinesische Banken ihre hohen Bestände etwas reduzierten, erholten sich Treasury-Bonds im Monatsverlauf deutlich. Dadurch fiel die Rendite von US-Anleihen mit zehn Jahren Laufzeit von über 4,25 Prozent unter 4,05 Prozent.
Kursverfall bei Kryptowährungen
An den Devisenmärkten zeigten die wichtigsten Währungen relativ wenige Veränderungen. Der US-Dollar pendelte sich gegenüber dem Euro um 1,18 US-Dollar je Euro ein. Auffallend schwach zeigten sich Kryptowährungen. Der Bitcoin fiel kurzzeitig knapp unter 60.000 US-Dollar und damit auf den tiefsten Wert seit 2024. Bei anderen Kryptowährungen war der Kursverfall noch dramatischer.
Dagegen stabilisierten sich die Preise der Edelmetalle im Februar, nachdem es Ende Januar zu einer heftigen Kurskorrektur gekommen war. Zwar blieben Gold, Silber und Platin unter ihren Rekordhohs aus dem Januar, zeigten aber im Monatsverlauf wieder eine positive Tendenz innerhalb ihrer intakten übergeordneten Aufwärtstrends.
Strategieportfolios
Monetalis Global Factor
UCITS-Dachfonds
Monetalis Ruhestandsfonds
Monetalis Ruhestandsfonds
Wertentwicklung im Februar 2026: +1,18 Prozent
Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: +4,66 Prozent
Wertentwicklung der letzten 12 Monate kumulativ: +8,33 Prozent
Factsheet öffnenPortfoliomanagement
Rohstoff Uran - Comeback der Atomenergie
Gastbeitrag von Dr. Christian Schärer, Portfoliomanager des uranium resources fund
Uran ist der Rohstoff für den Betrieb von Atomkraftwerken. Das Schwermetall Uran ist sehr energiedicht. Ein 1.000-Megawatt-Kernkraftwerk benötigt pro Jahr nur 20 Tonnen (1 Kubikmeter) angereichertes Uran um damit 8.5 Milliarden Kilowattstunden Strom zu produzieren. Um diese 20 Tonnen angereichertes Uran zu erzeugen, werden 200 Tonnen Natururan (10 Kubikmeter) benötigt.
Unsere Energieversorgung soll künftig weniger auf fossilen Brennstoffen basieren. Atomstrom wird CO2-arm produziert und steht an 7 Tagen in der Woche rund um die Uhr zur Verfügung. Sauber, sicher und zuverlässig.
Vor dem Hintergrund der global geführten Klimadebatte suchen Regierungen nach Antworten auf die Frage, wie der optimale Energiemix ihres Landes in Zukunft aussehen soll. Dabei gilt es geopolitische Anliegen, wirtschaftliche Interessen, nationale Egoismen und die Gesetze der Physik zu berücksichtigen. Eine äußerst komplexe Fragestellung, denn letztlich muss die Politik sicherstellen, dass die Energie- und Stromversorgung ihrer Volkswirtschaft sauber, sicher und bezahlbar ist.
2025 markiert einen Wendepunkt am Uranmarkt
Das Jahr 2025 markierte einen Wendepunkt für die globale Kernenergiebranche und damit auch für ihren wesentlichen Rohstoff: Uran. Die "nukleare Renaissance" hat endgültig Fahrt aufgenommen: Nie zuvor in den letzten Jahrzehnten war die Aktivität im Sektor so hoch. Neue Technologien wie Smart Modular Reactors (SMR) gewinnen an Akzeptanz, die Betriebslaufzeiten bestehender Großreaktoren werden verlängert oder abgeschaltete bzw. nicht fertiggestellte AKWs werden reaktiviert.
Die gesamte nukleare Wertschöpfungskette rückt verstärkt in den Fokus von Politik und Industrie. Einige der wichtigsten Meilensteine des Jahres 2025 waren das 80-Milliarden-Dollar-Abkommen zwischen der US-Regierung, Cameco und Brookfield zur Realisierung einer neuen Leichtwasser-Reaktorflotte, die Gründung des "Nuclear Fuel Chain Defense Production Act Consortiums" (DPA) zur Stärkung der US-internen Brennstoffproduktion sowie die Bildung des "Industrial Advanced Nuclear Consortiums" (IANC), in dem erstmals große Öl- und Gaskonzerne wie Chevron, ExxonMobil und Shell aktiv an der Integration von Kernenergie in industrielle Prozesse mitwirken.
Besonders prägend waren die vier "Nuclear Executive Orders" der Trump Administration, die regulatorische Hürden abbauen und die Entwicklung neuer Reaktortechnologien beschleunigen sollen. Parallel dazu wurden international bedeutende Nuklearabkommen geschlossen: Die USA kooperieren mit Großbritannien, Japan und Südkorea in groß angelegten Projekten, die von der Entwicklung neuer Reaktoren bis hin zur Sicherung von Brennstofflieferungen reichen. Auch Technologiekonzerne wie Amazon, Google und Meta bekennen sich klar zur Kernenergie und unterstützen das Ziel, die weltweite Nuklearkapazität bis 2050 zu verdreifachen.
Ein weiteres Signal für den globalen Bedeutungszuwachs der Kernenergie war die Aufhebung des Investitionsverbots der Weltbank für Nuklearprojekte - erstmals seit 1959 können damit auch Schwellenländer auf günstige Finanzierungen zugreifen.
China dominiert den weltweiten Wettlauf um die Energieversorgung und gibt das Tempo vor. Das Land hat seine installierte Kapazität in den letzten 8 Jahren auf 3.75 Terrawatt verdoppelt. Aktuell befinden sich 35 Atomreaktoren im Bau, Projekte für 200 weitere Reaktoren werden geprüft und vorangetrieben. Vor diesem Hintergrund herrscht in den USA Nachholbedarf - dort wird aktuell kein einziges großes Kernkraftwerk gebaut.
Zudem verschiebt die wachsende Dringlichkeit den Fokus zunehmend von der Reaktortechnologie hin zur Versorgungssicherheit. Die AKW-Betreiber sichern sich langfristige Lieferverträge, da Warnungen aus Kasachstan über Produktionsgrenzen und steigende staatliche Kontrolle das Ende der Marktträgheit einläuten. Nach Jahren unzureichender Vertragsabschlüsse ist der Markt in ein nachhaltiges Defizit geraten. Sekundärquellen sind erschöpft und zusätzliche Nachfrage kommt von KI-Rechenzentren, Betriebslaufzeitenverlängerungen und Finanzinvestoren - allein der Sprott Physical Uranium Trust hat 2025 rund 8.6 Mio. Pfund U3O8 vom Spotmarkt genommen.
Trotzdem bleibt die Angebotsseite zurückhaltend: 2025 wurde für kein einziges neues Uranprojekt der finale Investitionsentscheid beschlossen. Die großen Produzenten Kazatomprom und Cameco setzen auf Angebotsdisziplin und Margensicherung statt auf Volumenwachstum. Die Ära billigen Urans ist vorbei und die Versorgunssicherheit wird zum zentralen Thema!
Die "Grains-of-Sand"-Theorie gibt einen Hinweis darauf, was die Akteure am Uranmarkt erwarten könnte. Die Theorie beschreibt, wie sich in komplexen Systemen - etwa an den Finanzmärkten - über längere Zeit scheinbar stabile Gleichgewichte halten, während sich im Hintergrund schrittweise Spannungen und Risiken aufbauen. Diese bleiben oft unbemerkt, bis ein kleiner Auslöser ("das letzte Sandkorn") das System plötzlich ins Ungleichgewicht bringt und eine starke, oft sprunghafte Bewegung auslöst.
Übertragen auf den physischen Uranmarkt bedeutet das: Obwohl sich die Preise für physisches Uran bereits seit einiger Zeit nur wenig bewegen, könnten die wachsenden Angebotsdefizite jederzeit ihre Wirkung entfalten und die Marktteilnehmer überraschen. Ein scheinbar kleines Ereignis wie ein Produktionsausfall oder ein Streik könnte eine plötzliche und starke Preisbewegung auslösen - "slowly, slowly...then suddenly". Im vergangenen Jahr hat die Entwicklung am Silbermarkt gezeigt, dass der beschriebene Denkansatz nicht nur graue Theorie bleiben muss.
Angebotslücke
Die Anlagestrategie des uranium resources fund basiert auf der Investment-Hypothese, dass die bestehende Angebotslücke am Uranmarkt über die kommenden Jahre geschlossen wird. Das wird nur gelingen, wenn ein deutlich höherer Uranpreis die Anreize dafür setzt, dass neue oder aus wirtschaftlichen Gründen temporär stillgelegte Produktionskapazitäten den Weg an den Markt finden werden.
Aufgrund tiefer Uranpreise wurde über viele Jahre zu wenig in die Produktionskapazitäten des Uransektors investiert. Deshalb übersteigt die Nachfrage heute das Angebot. Es besteht am physischen Markt eine Angebotslücke. Zudem entwickelt sich die Endnachfrage nach Strom aufgrund der Elektrifizierung von Industrie und Verkehr, sowie aufgrund schnell wachsender Datenvolumen (Künstliche Intelligenz, Crypto-Mining) zunehmend dynamisch. Das unterstützt den weiteren Ausbau der weltweiten Reaktorflotte und lässt die Nachfrage mit 2% bis 5% p.a. wachsen.
Um den Markt wieder ins Gleichgewicht zu bringen, muss diese Angebotslücke geschlossen werden. Das eröffnet dem mittel- bis langfristig orientierten Investor interessante Anlageperspektiven.
Buchempfehlung des Monats
